Glossar des THZN

 

 

Traumafachbegriffe

 

 

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HPA-Achse / Stressachse im Gehirn
Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (engl. HPA-Axis) bezeichnet eine komplexe Reihe von direkten Einflüssen und Feedback-Schleifen zwischen drei endokrinen Drüsen:

  • dem Hypothalamus (-> Hypothalamus),
  • der Hypophyse (oder Hirnanhangsdrüse, einer erbsenförmigen Struktur unter dem Hypothalamus) und
  • der Nebennierenrinde (kleine, konische Organe, die auf den Nieren aufsitzen).

Die Wechselwirkungen zwischen diesen Organen bilden die HPA-Achse, einen Hauptteil des neuroendokrinen Systems. Sie leitet die Reaktionen auf Stress ein und reguliert viele Prozesse im Körper, einschließlich Verdauung, Immunsystem, Stimmung und Emotionen, Sexualität, Energiespeicherung und –verwendung.

 

 

 

Hippocampus

Der Hippocampus („Seepferdchen“) ist ein Bestandteil des Gehirns und eine zentrale Schaltstelle des limbischen Systems im Mittelhirn. Im Hippocampus fließen Informationen verschiedener sensorischer Systeme zusammen, die verarbeitet und von dort zur Großhirnrinde (Cortex) zurückgesandt werden. Er hat eine wichtige Funktion für die Gedächtniskonsolidierung, also für die Überführung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Der Hippocampus wird somit als Struktur gesehen, die Erinnerungen generiert, so dass im Normalfall die Gedächtnisinhalte an verschiedenen anderen Stellen in der Großhirnrinde gespeichert werden.

Im Gegensatz dazu ist traumatisches Erleben dadurch gekennzeichnet, dass es fragmentiert ist und vom Hippocampus nicht normal abgespeichert werden kann. Das führt dazu, dass Erinnerungsbruchstücke aller sensorischen Systeme (Bilder, akustische Reize, Gerüche, Körpererleben) als Intrusionen (->) im Bewusstsein auftauchen können.

Der Hippocampus reagiert sehr verletzlich auf starken chronischen Stress. Menschen mit schweren emotionalen Traumata (z.B. Vietnam-Veteranen oder Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs) zeigen eine Volumenreduktion der Hippocampusformation.

 

 

 

Hyper- und Hypoarousal 

(= Übererregung und Untererregung)

Die Spannungskurve einer Person überschreitet ihren Ressourcenbereich bzw. ihr Toleranzfenster

-   Nach unten = Hypoarousal:

Immobilisierungs-Reaktion, Erstarrung, Erschlaffung, „Abwesenheit“, Dämmerattacken, Amnesie, Ohnmacht.

-   Nach oben = Hyperarousal:

Flucht-oder-Kampf-Reaktion, Übererregung, Angst- und Panikattacken, Herzrasen, Wutattacken.

(-> Ressourcenbereich, Toleranzfenster, Spannungskurve)

 

                                                                             

 

Hypothalamus

Der Hypothalamus ist das wichtigste Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems.

Diese wichtige Hirnregion ist mitverantwortlich für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus (Homöostase) und für die Anpassung des Organismus bei Belastungen. Selbst geringste Störungen dieses relativ kleinen, äußerst bedeutsamen Zwischenhirnareals wirken sich auf die Lebensfähigkeit des Individuums aus. Das gesamte vegetative System hat unter anderem folgende Aufgaben:

  • Aufrechterhalten der Homöostase (Temperatur, Blutdruck, Osmolarität)
  • Regulation der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme
  • Regulation von Tagesrhythmus und Schlaf
  • Steuerung des Sexual- und Fortpflanzungsverhaltens (Sexualzentrum)

Um seinen Aufgaben nachzukommen, hat der Hypothalamus zahlreiche neuronale Verbindungen zu anderen Hirnzentren.

 

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