Glossar des THZN

 

 

Traumafachbegriffe

 

 

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Resilienz

(lat. resiliare: abprallen)

Resilienz bezeichnet die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der eigenen Stabilität und einen hilfreichen Umgang mit Belastungen, Krisen oder traumatischen Erlebnissen. Resiliente Menschen verfügen über Widerstandsfähigkeit und über hilfreiche Handlungsmuster zur Krisenbewältigung, so dass sie mit Belastungen gut umgehen und wieder gut in ein inneres Gleichgewicht finden können. Metaphorisch wird Resilienz gern mit dem „Stehauf-Männchen-Prinzip“ oder dem „Lotus-Abperleffekt“ verglichen. Jeder Mensch verfügt über ein individuell unterschiedliches Ausmaß an Resilienz.

Die Stärkung der Resilienz kann gezielt trainiert werden und ist ein wichtiger Bestandteil der traumaspezifischen Therapie und Beratung.
 

 

 

Ressource

(Source, engl.: Quelle)

In der Psychologie versteht man darunter Kraftquellen einer Person, die die psychische Stabilität und Heilung fördern. Unter Ressourcen versteht man alles, was für eine Person stärkend und hilfreich ist, ohne auf einer andere Ebene schädlich zu sein. Ressourcen sind Fähigkeiten, Charaktereigenschaften, eine geistige Haltung oder innere Potenziale eines Menschen. Es sind Fertigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen, Talente, Neigungen, Visionen, Werte und Stärken.
Betroffene von Traumatisierungen sind sich ihrer Ressourcen häufig nicht bewusst.  

Unterschieden werden innere Ressourcen (Fähigkeiten, Stärken, Werte, Ziele etc.) und äußere Ressourcen (Zeit, Materielles, Beziehungen etc.).

 

 

 

Ressourcenbereich, Toleranzfenster und Spannungskurve

Jeder Mensch verfügt über einen individuellen Ressourcenbereich (Toleranzfenster, Window of Tolerance). Erfahrungen können gut verarbeitet werden, wenn sich die Spannungskurve (die individuelle An- oder Entspannung) in diesem Bereich bewegt. Im Toleranzfenster haben Menschen den größten Handlungsspielraum und die beste Aufnahmefähigkeit. In der traumatischen Notfallreaktion (-> Abwehrkaskade) verlässt die Spannungskurve den Ressourcenbereich, und vom Stammhirn gesteuerte Automatismen (Flucht, Kampf, Totstellreflex) werden aktiviert. Damit ist der jeweilige Handlungs- und Wahrnehmungsspielraum („Tunnelblick“) eingeschränkt. Das passiert auch im Nachhinein bei der Begegnung mit Triggern.

 

 

 

Retraumatisierung

Unter Retraumatisierung versteht man das erneute bzw. wiederholte Auslösen der traumatischen Notfallreaktion durch sogenannte Trigger oder durch ein neues Ereignis ähnlicher Art. Dabei werden die gleichen Körperreaktionen wie in der vergangenen traumatisierenden Situation ausgelöst, und es kommt durch die

erneute Ausschüttung des Stresshormons Kortisol zu weiterem toxischen (also für das Gehirn „giftigen“) Stress.

 

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